4. KAE-Partnerworkshop: Perspektiven wechseln, gemeinsam in Bewegung kommen
Am 17. September 2026 durfte das Restaurant Schlemmerei der Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) zahlreiche Partnerinnen und Partner der Kontaktstelle Alter Emmen (KAE) zum 4. KAE-Partnerworkshop begrüssen. Der Anlass stand ganz im Zeichen einer Frage, die aktueller denn je ist: Wie gelingt es uns, Menschen, Organisationen und Angebote nicht nur miteinander zu vernetzen, sondern wirklich in Bewegung zu bringen?
Dabei wurde schnell deutlich: Bewegung beginnt nicht mit Aktion, sondern mit Perspektive.
Die Kraft des Perspektivenwechsels
In ihrer Begrüssung und den anschliessenden Impulsen griff die Kontaktstelle Alter Emmen ein Thema auf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Workshop zog: Wer nachhaltige Lösungen entwickeln will, muss bereit sein, die Sichtweise anderer einzunehmen. Dies betrifft Fachpersonen, Angehörige, Betroffene und ebenso die Partnerorganisationen im Netzwerk. Die Frage lautet nicht nur: «Was sehe ich?», sondern auch: «Was sieht die Person auf der anderen Seite?»
Passend dazu sorgte eine ungewöhnliche Szene für Aufmerksamkeit und Schmunzeln zugleich: Auf einem der Fotos ist Nadja Hecht, Leiterin der KAE, mit einem roten Blazer zu sehen, den sie bewusst verkehrtherum trägt.
Was auf den ersten Blick irritiert, ist eine Einladung zur Reflexion.
So wie wir beim Blick in den Spiegel nach einem Coiffeurbesuch unser eigenes Erscheinungsbild kritisch betrachten, lohnt es sich auch im Alltag und in der Netzwerkarbeit, die eigene Haltung zu hinterfragen. Was wirkt stimmig? Was nicht? Welche Gewohnheiten helfen uns weiter und welche stehen einem neuen Blickwinkel im Weg? Der verkehrt getragene rote Blazer wurde so zum Symbol für Reflexionskompetenz, Perspektivenwechsel und die Bereitschaft, gewohnte Denkmuster zu verlassen.
Ein Netzwerk lebt von unterschiedlichen Blickwinkeln
Die KAE zeigte eindrücklich auf, wie stark sich das Netzwerk in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Aus anfänglich wenigen Partnern ist ein breit abgestütztes Netzwerk entstanden, das heute Organisationen, Vereine, Fachstellen, medizinische Leistungserbringer, gemeinnützige Institutionen und Unternehmen verbindet. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, älteren Menschen und deren Angehörigen Orientierung, Unterstützung und passende Angebote zugänglich zu machen.
Doch gerade mit zunehmender Grösse wird eines immer wichtiger: die Fähigkeit, über die eigene Perspektive hinauszublicken.
Nicht jede Organisation erlebt dieselben Herausforderungen. Nicht jeder Mensch hat dieselben Voraussetzungen. Deshalb lebt erfolgreiche Vernetzung davon, Erfahrungen auszutauschen, Verständnis füreinander zu entwickeln und voneinander zu lernen. Der Workshop machte deutlich, dass gemeinsame Lösungen dort entstehen, wo unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen und ernst genommen werden.
Begegnungen schaffen Teilhabe
Ein weiterer Höhepunkt war der Beitrag der Stiftung Bonjour, die als Netzwerkgast den Teilnehmenden Einblicke in ihren Ansatz zu «Social & Community Health» vermittelte. Gemeinsam mit Nadja Hecht wurde diskutiert, wie soziale Verbundenheit, Teilhabe und der Zugang zu bestehenden Angeboten gestärkt werden können. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt, die viele Partner aus ihrer täglichen Arbeit kennen: Wie finden Menschen den Weg zum passenden Angebot? Was braucht es, damit aus einer Information tatsächlich eine Begegnung entsteht? Und wie gelingt nachhaltiger Anschluss an eine Gemeinschaft?
Die Diskussionen machten deutlich, dass Teilhabe weit mehr bedeutet als die Kenntnis eines Angebots. Oft entscheiden Vertrauen, Sprache, persönliche Beziehungen oder die Erfahrung einer ersten gelungenen Begegnung darüber, ob Menschen den nächsten Schritt wagen. Genau hier liegt die Stärke eines lebendigen Netzwerks: Es baut Brücken, gibt Orientierung und begleitet Menschen auf ihrem Weg.
Gemeinsam in Bewegung kommen
«In Bewegung kommen» war denn auch mehr als ein Schlagwort des Workshops. Es beschreibt eine Haltung.
Bewegung bedeutet, neue Perspektiven zuzulassen. Bewegung bedeutet, voneinander zu lernen. Bewegung bedeutet auch, bestehende Wege kritisch zu hinterfragen und gemeinsam neue Möglichkeiten zu entwickeln. Ob bei der Stärkung sozialer Teilhabe, bei Gesundheitsangeboten, in der Beratung oder bei der Vernetzung von Fachstellen: Fortschritt entsteht dort, wo Menschen bereit sind, den Blickwinkel zu wechseln und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Dank an alle Partnerinnen und Partner
Der 4. KAE-Partnerworkshop hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll persönliche Begegnungen und der direkte Austausch sind. Das Netzwerk der KAE wächst nicht allein durch neue Kontakte, sondern vor allem durch das Kennen der Schlüsselpersonen, gegenseitigem Vertrauen, gemeinsamer Reflexion und den Willen, voneinander zu lernen.
Wir danken allen Partnerorganisationen, Gästen und Mitwirkenden für ihre Teilnahme und ihr Engagement. Ein besonderer Dank gilt den Referierenden der Stiftung Bonjour sowie allen Beteiligten, die mit ihren Erfahrungen, Fragen und Gedanken dazu beigetragen haben, neue Perspektiven sichtbar zu machen.
Bewegung ist meine Leidenschaft, dich ich gerne teile. Das ist die Kontaktstelle Alter Emmen.
Save the date für den 5. Partner-Workshop:
Donnerstag, 02. September 2027, 08:00-10:00 Uhr
Herzlichen Dank an alle Partnerinnen und Partner, die am Workshop teilgenommen haben: Gemeinde Emmen, Dept. Soziales, Kath. Kirche Emmen-Rothenburg, Frauengemeinschaft Gerliswil, QV Meierhöfli & Umgebung, Fabia Kompetenzzentrum Migration, Spitex Stern, IG Arbeit, Stiftung Bonjour, Hausarztzentrum Gersag, Juno Care, KESB Kreis Emmen, Tanz- und Bewegungsschule let`s dance fit and fun, VISITA, Alzheimer Luzern, Dovida – Seniorendienste Schweiz AG, Spitex Emmen, Caritas Zentralschweiz, Genossenschaft für Alterswohnungen, Seniorendrehscheibe, BFSUG Zentralschweiz, Alzheimer Luzern Angehörigengruppe von Menschen mit Demenz, Augenpraxis Gersag, GLEICH UND ANDERS Schweiz, Finivita.ch, Mobile Ärzteschaft BZE AG Anne-Laure Seipelt, jsjb Jugend & Senioren Job Börse, Spitex BZE AG, SmartLife Care, Pro Senectute Kanton Luzern, Rols Spitex GmbH, SSBL, Med Zentrum Emmen